Ziemlich deutscher Pazifismus?
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ostdeutsche Pfarrer erinnern an die Tradition einer Bewegung des
Friedens, die gestützt auf die Bergpredigt über „Schwerter zu
Pflugscharen“ und den friedlichen Mauerfall Zeichen gesetzt hat,
wie eine Welt gewaltfrei verändert werden kann.
Dieser „deutsche Pazifismus“ hat
den Respekt und die Hochachtung der Weltgemeinschaft erfahren, jedoch
hat Deutschland diesen Weg schon 1999 durch sein maßgebliches
„Mitmischen“ im Balkankrieg
wieder verlassen. Der Verrat an der Idee des „deutschen Pazifismus“
gipfelte in Peter Strucks historischer Aussage „Die Sicherheit der
Bundesrepublik Deutschland wird auch am Hindukusch verteidigt.“
Erstaunlich ist, dass nun ausgerechnet
Ex-Pfarrer Gauck seinen Ex-Kollegen das gleiche Argument entgegen
hält, das auch schon zur Friedensdoktin der DDR gehörte: „Der
Frieden muss notfalls mit der Waffe in der Hand verteidigt werden.“
Und der Westliche-Werte-FundamentalistHeinrich-August Winkler springt Gauck bei und unterstellt, der
Protest der Pfarrer sei „fundamentalistisch“, wenn er darin
besteht, die christliche Friedensbotschaft in die Welt zu tragen.
Winkler unterstellt, in der
Friedensbotschaft sei von „politischer Freiheit und
Menschenrechten“ nicht die Rede. Dass die Friedensbotschaft diese
Dinge impliziert, kann er nicht verstehen, da sie in sein eigenes
abstruses „Westbindungs-Konstrukt“ nicht zu passen scheinen. Für
viele Christen und nicht nur für diese ist die Bergpredigt der erste
„Entwurf“ einer Friedens-, Freiheits- und
Menschenrechtsdeklaration. Gerade daraus leiten sich „westliche
Werte“ ab – nur nicht bei Herrn Winkler, deshalb unterstellt er,
die Pfarrer stellten die „Westbindung“ in Frage.
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